Ausgabe Februar 2026
AUSZUG AUS DEM INHALT:
TITELTHEMA
Zoll und Außenwirtschaft 2026 – Die wichtigsten Änderungen zum Jahreswechsel
Wir erleben aktuell eine Entwicklung, in der sich die internationale Wirtschaftsordnung neu definiert, politische Entscheidungen stärker durch wirtschaftliche Interessen als durch Diplomatie geprägt sind und die regelbasierte Wirtschaftsordnung nach WTO-Regeln ins Hintertreffen zu geraten scheint. Vor dem Hintergrund, dass große Volkswirtschaften wie die USA ihren Handel durch Zölle einschränken, ist ein Abschluss neuer Freihandelsabkommen durch die EU wichtiger denn je.
EXPORT- UND ZOLLPRAXIS KOMPAKT
Zoll- und Außenprüfung – Reibungsloser Ablauf durch interne Audits und gute Vorbereitung
Zollprüfungen erfordern eine frühzeitige Risikoanalyse und die Absicherung der gesamten Prozesskette in der Praxis. Durch transparente Prozesse, rechtssichere Dokumentation und zollfachliches Know-how gewinnen Unternehmen Vertrauen bei den Zollbehörden und senken zugleich ihre Haftungsrisiken. Um dieses Ziel zu erreichen und die Zollprüfung erfolgreich zu meistern, gibt es einige wichtige Themen, die es zu beachten gibt und im Vorfeld auf den Weg gebracht werden können, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Betriebliche Zollbeauftragte – Teil 1: Befähigungen, Bezüge zum AEO und Aufgaben
Die Frage der Installierung einer Person, die auf Weisung der Geschäftsführung für die ordnungsgemäße Abwicklung von betrieblichen Zollprozessen verantwortlich zeichnet, steht in manchen Betrieben immer noch auf der Tagesordnung – auch wenn inzwischen zahlreiche im- und exportorientierte Unternehmen dazu übergegangen sind, einen Zollbeauftragten zu ernennen. Rechtlich gesehen, ist ein Zollbeauftragter nur in einigen ausgewählten Fällen zwingend. Strategisch gesehen, sollten sich Unternehmen mit nachhaltigen Auslandsbeziehungen aber dazu entschließen, einer qualifizierten Person (mit Stellvertretung) die interne Überwachung von grenzüberschreitenden Güter- und Dienstleistungsgeschäften zu übertragen.
Freihandelsabkommen richtig nutzen – Welche Handelsabkommen eröffnen echte Exportvorteile und wie werden sie in der Praxis
korrekt genutzt?
In Zeiten immer weiter wachsender geopolitischer Herausforderungen spielen zwischenstaatliche Freihandelsabkommen eine immer größere Rolle für Unternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Denn der Nachweis über den präferenziellen europäischen Ursprung ermöglicht dem Käufer, im Empfangsland eine Zollvergünstigung oder sogar Zollfreiheit in Anspruch nehmen zu können. Dieser Artikel erläutert die aktuellen Entwicklungen, zeigt aber auch die damit verbundenen „neuen“ Herausforderungen auf.
Globale Lieferketten – Erfahrungen aus der Praxis
Globale Lieferketten sind heutzutage unverzichtbar, gleichzeitig jedoch so komplex und risikobehaftet wie nie zuvor. Umweltfragen, soziale Verantwortung und Transparenz werden für Unternehmen und Logistikpartner zunehmen zu entscheidenden Faktoren. Die jüngsten Entscheidungen des Europäischen Parlaments zum EU-Lieferkettengesetz verstärken diese Diskussion erneut. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass sich Unternehmen stärker denn je mit der Frage beschäftigen müssen, wie sie global agieren und dennoch verantwortungsbewusst handeln können.
Nachweislich „grün“ – Wie digitale Systeme die Nachweisführung von Wasserstoff revolutionieren
Grüner Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle in der Energiewende und ist entscheidend für die Erreichung der Dekarbonisierungsziele in Deutschland. Während die Politik klare Vorgaben zu Produktion und Import von Wasserstoff formuliert hat, stehen die Akteure der Lieferkette vor praktischen Herausforderungen. Die Zusammenarbeit zwischen Energieerzeugern, Produzenten, Logistikunternehmen und Zertifizierungsstellen erfordert den Austausch vielschichtiger Informationen. Insbesondere die Nachweisführung der Nachhaltigkeit ist von großer Bedeutung, da sie die Glaubwürdigkeit und Effizienz der Wasserstoffwirtschaft beeinflusst. Mit „H₂-Trust“ entsteht derzeit eine Open-Source-Lösung, die Nachweisprozesse vereinfacht, Transparenz schafft und Vertrauen sichert. Dieser Beitrag zeigt, wie der Ansatz funktioniert und welche Komponenten bereits verfügbar sind.
CBAM und der Druck auf saubere und nachvollziehbare Daten steigt – Warum der CO₂-Grenzausgleich vom Nischenthema zur Managementaufgabe wird
Lange galt der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) als weiteres EU-Regelwerk, das man irgendwann sauber umsetzen müsse. Viele Unternehmen ordneten ihn im Umfeld von Nachhaltigkeitsberichten, ESG-Strategien oder Klimazielen ein. Doch diese Phase endet gerade.
ARBEITSHILFEN
Checkliste zur Zoll- und Außenprüfung
Checkliste zur richtigen Nutzung von Freihandelsabkommen
LÄNDERHINWEISE
Ägypten
ENGLISH FOR BUSINESS
Bulgaria’s adoption of the euro – The euro has arrived in Bulgaria, but not everyone is happy
Der bulgarische Lew ist Geschichte. Zum 1. Januar dieses Jahres wurde Bulgarien der 21. Mitgliedstaat der Eurozone. Das exportorientierte Bulgarien erhofft sich von der Euro-Einführung einen deutlichen Handelsaufschwung und eine langfristige Stärkung der heimischen Wirtschaft. Durch den Wegfall von Wechselkursrisiken und Transaktionskosten für den Zahlungsverkehr können außerdem Kosten gesenkt werden, wovon auch der deutsch-bulgarische Handel profitieren kann. Ein beträchtlicher Teil der bulgarischen Bevölkerung steht dem Euro jedoch kritisch gegenüber.
NACHGEFRAGT
Zoll mal anders – Braucht es neue Formate in Fachveranstaltungen?
Denken Sie beim Thema Export an Wahrsager oder Tattoos? Gut – das mit dem Wahrsagen wäre manchmal ganz schön, um zu wissen, wie sich die Zollpolitik in den nächsten Wochen und Monaten verändern wird oder ob es doch irgendwann einmal zu den geplanten Freihandelsabkommen kommen wird. Aber würden Sie so etwas auf einer Fachveranstaltung zum Thema Export erwarten? Wir haben Frau Lampprecht von Grenzlotsen zu ihrem Kongress „Zollwärts“ befragt, der außergewöhnliche Wege geht.
Neues Jahr, neue To-dos?
Das Exportjahr 2026 startet mit vielen Fragezeichen und Herausforderungen
Liebe Leserinnen und Leser,
zum Jahreswechsel gibt es für Exportverantwortliche viel zu tun: Lieferantenerklärungen prüfen und ausstellen, Neuerungen bei Zolltarifnummern berücksichtigen, Merkblätter aktualisieren und vieles mehr. Neben den zahlreichen routinemäßigen „To-dos“ kommt die Überprüfung von Freihandelsabkommen und Verhandlungen zu Strafzöllen hinzu. Im Titelthema lesen Sie kompakt zusammengefasst, welche Änderungen Sie für das Jahr 2026 berücksichtigen müssen.
Derzeit werden viele politische Karten neu gemischt, und das kann schnell zu weiteren Aufgaben auf der To-do-Liste führen. Das jüngste Beispiel ist die Schweiz, die sich mit den USA erst im Dezember 2025 auf die rückwirkende Reduzierung der erhöhten Zollsätze geeinigt hat.
Vor dem Hintergrund dieser unsicheren Lage ist die Arbeit für betriebliche Zollbeauftragte nicht unbedingt leichter geworden. Sie müssen sich regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informieren und sich in vielen Bereichen bestens auskennen. Nicht umsonst wurden im europäischen Unionszollkodex (UZK) und in seinen Durchführungsregeln zum ersten Mal für verantwortliche Personen konkrete Fähigkeitsbedingungen festgelegt. Unternehmen mit AEO-Status kennen diese Anforderungen bereits: eine mindestens dreijährige Erfahrung im Zollbereich oder der Abschluss einer (nebenberuflichen) zollrechtlichen Ausbildung.
Fokus Betriebliche Zollbeauftragte: In einer zweiteiligen Reihe in der Februar- und April-Ausgabe 2026 informiert Sie unser Experte über alles, was Sie zur Position des betrieblichen Zollbeauftragten wissen müssen, von seinen Aufgaben über Qualifikationsanforderungen bis zur viel diskutierten Frage der Haftung.
Um Sie im Export/Import bestens zu informieren, erwarten Sie diese und weitere Themen im Heft – unter anderem:
– Zoll- und Außenprüfung – Reibungsloser Ablauf durch interne Audits und gute Vorbereitung
– Freihandelsabkommen richtig nutzen – Welche Handelsabkommen eröffnen echte Exportvorteile?
– Globale Lieferketten – Erfahrungen aus der Praxis
Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Exportjahr 2026.
Viel Freude beim Lesen der Februar-Ausgabe!
Ihre Kristina Schnitzlein
Chefredaktion ZOLL.EXPORT