Ausgabe Juni 2026

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Lieferbedingungen und Handelsbräuche – Rechtssicherheit durch internationale Standards
Der Vorteil der Verwendung von standardisierten Lieferbedingungen bei internationalen Geschäften besteht darin, dass Verträge rechtssicher abgeschlossen werden können. Denn dadurch wird für Klarheit gesorgt. Zusätzlich ermöglichen Handelsbräuche schnelle und einfache Vertragsabschlüsse.

EXPORT- UND ZOLLPRAXIS KOMPAKT
Vorfeldvereinbarungen bei internationalen Geschäften – Weichenstellung für den Hauptvertrag
Bereits im Vorfeld einer beabsichtigten Transaktion besteht ein Bedürfnis, die eigenen Interessen effektiv zu schützen. So sollen etwa die geschäftsspezifischen Daten vertraulich behandelt werden und nur der anderen Partei sowie ggf. nur einem eingeschränkten Kreis von Personen in deren Sphäre zugänglich sein. Häufig ist außerdem ein Exklusivitätsschutz in der Anbahnungsphase gewünscht und die Absicht zum Abschluss des Geschäfts soll dokumentiert werden.

Zollbereich vom Abwicklungssilo zum Supply Chain Enabler – Welche strategische Rolle Customs in der Gestaltung moderner Supply Chains einnehmen kann
Die Rolle der Zollabteilung wandelt sich: weg von der reinen Compliance-Abwicklung, hin zum strategischen Hebel für die gesamte Lieferkette. In einer Welt voller Handelshemmnisse und neuer Regulatorik wird Customs zum entscheidenden Faktor für Kostenkontrolle und Resilienz. Dieser Beitrag ordnet anhand des SCOR-Modells ein, wie die Zollabteilung künftig aktiv die Steuerung moderner Supply Chains mitgestaltet und welche Schritte Unternehmen jetzt gehen sollten.

KI-Helfer bei Zoll und Außenwirtschaft – Die Transformation von Zoll und Außenwirtschaft durch KI
Stand 2026 hat sich KI von einem Trendthema zu einem entscheidenden Werkzeug für die „Global Trade Compliance“ entwickelt, um die zunehmende Komplexität internationaler Regulierungen zu bewältigen. Lange noch als purer Hype belächelt, entwickeln sich fast täglich neue Versionen der großen KI-Sprachmodelle, neue Tools und Anwendungsmöglichkeiten.

USA im Zollmodus: Neue Handelsbarrieren und ihre Folgen – Wie Trumps protektionistische Handelspolitik Lieferketten und Logistikkosten nachhaltig verändert
Der Welthandel steht unter Druck: Mit neuen Zöllen und protektionistischen Maßnahmen haben die USA unter Donald Trump eine handelspolitische Kehrtwende eingeleitet mit spürbaren Folgen für die globalen Lieferketten. Für die Logistik bedeutet das mehr Komplexität, veränderte Transportströme und steigende Kosten. Unternehmen müssen ihre Strategien an eine zunehmend fragmentierte Handelslandschaft anpassen.

Perfekt gebaut. Falsch transportiert. Totalschaden – Warum viele Maschinen den Transport nicht überstehen – und was Konstrukteure konkret anders machen müssen
Deutschland ist und bleibt eine der führenden Maschinenbaunationen der Welt. Trotz konjunktureller Schwankungen gehört der Maschinenbau weiterhin zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes. Im Jahr 2024 wurden Maschinen und Anlagen im Wert von über 216 Mrd. Euro exportiert. Damit zählt der Maschinenbau zu den stärksten Exportbranchen überhaupt.

ARBEITSHILFEN
Checkliste Lieferbedingungen und Handelsbräuche
Checkliste Vorfeldvereinbarungen bei internationalen Geschäften
Checkliste zur Weiterentwicklung von Customs zum Supply Chain Enabler
Checkliste Bereits bei der Konstruktion Transportschäden vermeiden

LÄNDERHINWEISE
Albanien

ENGLISH FOR BUSINESS
Trade relations with Brazil – Doing business with Latin America’s largest economy
Angesichts der angespannten Handelsbeziehungen mit den USA und China rückt Brasilien als größte Volkswirtschaft Lateinamerikas zunehmend in den Fokus europäischer Exportunternehmen. Aufgrund sinkender Agrarexporte in die USA ist auch der BRICS-Staat Brasilien als eine der weltweit führenden Agrarnationen an einer Intensivierung der europäisch-brasilianischen Handelsbeziehungen interessiert, die durch das MERCOSUR-Abkommen weiter an Fahrt aufnehmen könnte.

NACHGEFRAGT
Nachhaltigkeit in der Logistik durch den Einsatz von KI – Wie können Unternehmen Lieferketten weiter optimieren?
Rund 90% aller Lieferungen weltweit sind ineffizient verpackt und enthalten Leerraum, der nicht nur das Liefergewicht und somit die Lagerungs- und Lieferungskosten in die Höhe treibt, sondern auch die ökologischen Kosten in Form des CO₂-Fußabdrucks. Mittels KI können Lieferungen darauf optimiert werden, möglichst wenig Leerraum zu enthalten und möglichst viele Güter in einer Lieferung zu transportieren.

Grenzenlose Herausforderungen
Wie standardisierte Lieferbedingungen und Digitalisierung den Export sichern

Bei internationalen Geschäften ist eines klar: Unterschiedliche Rechtsordnungen und Sprachbarrieren führen schnell zu Missverständnissen, die vor Gericht enden können. Standardisierte Lieferbedingungen wie die Incoterms®2020 bieten genau dafür rechtssichere, klar definierte Regelungen, wer u. a. für Lieferung, Verpackung, Versicherung und Zollprozesse verantwortlich ist. Das Titelthema zeigt Ihnen, warum Incoterms®2020 weit mehr als nur Kosten und Gefahrtragung abdecken, wie Sie die richtigen Klauseln auswählen und damit typische Fehler vermeiden sowie Risiken minimieren.

Zollabteilungen sind aber nicht mehr nur reine Compliance-Abwickler. Der Fokus verschiebt sich hin zum strategischen Enabler für die gesamte Supply Chain. Regulatorische Verdichtung, geopolitische Spannungen und die Digitalisierung prägen den Alltag – von der CO₂-Bilanzierung über Lieferkettentransparenz bis hin zu neuen Sanktionen. Künftig spielen Datenhoheit und KI-gestützte Prozesse eine noch größere Rolle. Warum Zollteams, die Echtzeitdaten liefern und Risiken frühzeitig erkennen, zum entscheidenden Erfolgsfaktor, zeigt Ihnen unser Experte.

Der Blick auf die globale Handelslandschaft zeigt zudem: Neue Handelsbarrieren verändern Transportströme und erhöhen oftmals Logistikkosten. Wie sich die zunehmende Komplexität am Beispiel der USA auf die Logistik auswirken, erfahren Sie von unserem Experten.

A propos Logistik: Die Praxis zeigt, dass die Qualität einer Maschine nicht nur in der Entwicklung entsteht, sondern auch im sicheren, durchdachten Transport. Ladungssicherung, Verpackung und die Berücksichtigung spezifischer Kräfte werden zum kritischen Erfolgsfaktor. Warum Fehler am Anfang, gestoppte Transporte oder beschädigte Maschinen nicht nur zu Verzögerungen führen, zeigt Ihnen unser Experte praxisnah auf.

Das zweite Halbjahr von 2026 ist also weiterhin geprägt von Wandel, Digitalisierung und Vernetzung. Wer die neuen Herausforderungen annimmt – vom Datenmanagement bis zur technischen Ladungssicherung –, minimiert Risiken und kann Effizienzpotenziale nutzen. Dazu erwarten Sie noch weitere spannende Themen, u. a.:

– Vorfeldvereinbarungen bei internationalen Geschäften: Weichenstellung für den Hauptvertrag
– KI-Helfer bei Zoll und Außenwirtschaft: Die Transformation von Zoll und Außenwirtschaft durch KI
– Nachhaltigkeit in der Logistik durch den Einsatz von KI: Wie können Unternehmen Lieferketten weiter optimieren?

Viel Freude beim Lesen der Juni-Ausgabe – und bleiben Sie neugierig!

Ihre Kristina Schnitzlein
Chefredaktion ZOLL.EXPORT